
Fünf Jahre GGL: Bilanz zu Fortschritten und Forderung nach regulatorischer Flexibilität

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat im September 2026 ihren fünften Geburtstag gefeiert und dabei einen umfassenden Rückblick auf ihre Arbeit veröffentlicht, der sowohl die erreichten Fortschritte dokumentiert als auch den Bedarf an mehr regulatorischer Flexibilität unterstreicht, um mit den schnellen Veränderungen bei Geschäftsmodellen im Online-Glücksspiel, technologischen Entwicklungen und illegalen Aktivitäten Schritt halten zu können.
Die Behörde, die mittlerweile rund 100 Mitarbeiter beschäftigt, beaufsichtigt derzeit 129 lizenzierte Betreiber und Vermittler sowie 229 autorisierte Websites, wobei die Zahlen aus dem Fünf-Jahres-Bericht stammen und die gewachsene Aufsichtsstruktur verdeutlichen.
Entwicklung der Aufsichtsstrukturen seit der Gründung
Seit ihrer Einrichtung hat die GGL schrittweise ihre Kapazitäten ausgebaut und dabei den Fokus auf die Umsetzung des Glücksspielstaatsvertrags gelegt, während sie gleichzeitig die Überwachung des legalen Marktes intensivierte und Maßnahmen gegen illegale Angebote vorantrieb; die Behörde berichtet in ihrem Review von einer kontinuierlichen Professionalisierung der internen Prozesse, die es ermöglicht hat, die steigende Zahl an Lizenzanträgen und Kontrollen effizient zu bearbeiten.
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass 129 Betreiber und Vermittler unter Aufsicht stehen und damit einen geordneten Rahmen für den legalen Online-Markt schaffen, während die 229 autorisierten Websites als zentrale Plattformen für regulierte Angebote fungieren und den Verbrauchern klare Orientierung bieten.
Intensivierte Durchsetzung und Maßnahmen gegen illegale Angebote
Ein zentraler Aspekt des Berichts liegt in der gestiegenen Durchsetzungsaktivität, wobei die Zahl der Untersagungsverfahren von 68 im Jahr 2022 auf 287 im Jahr 2025 anstieg und damit die wachsende Intensität der Kontrollen widerspiegelt; parallel dazu wurden bis Ende 2025 insgesamt 1.843 illegale Websites unzugänglich gemacht, was die Behörde als Ergebnis koordinierter technischer und rechtlicher Schritte beschreibt.
Die GGL hat dabei ihre Kooperation mit Netzbetreibern und internationalen Partnern ausgebaut, um illegale Plattformen schneller zu identifizieren und zu blockieren, während die steigenden Verfahrenszahlen auf eine systematischere Herangehensweise hindeuten, die auch zukünftige Entwicklungen im illegalen Bereich berücksichtigen soll.

Eine wissenschaftliche Studie, die im Rahmen des Reviews vorgestellt wurde, schätzt den Anteil des regulierten Marktes am gesamten Online-Glücksspiel für das Jahr 2024 auf etwa 77 Prozent, was nach Angaben der Behörde auf die Wirksamkeit der bisherigen Regulierungsmaßnahmen hinweist und gleichzeitig den verbleibenden Spielraum für weitere Verbesserungen aufzeigt.
Aufruf zu größerer regulatorischer Flexibilität
Neben der positiven Bilanz fordert die GGL in ihrem Bericht explizit mehr regulatorische Flexibilität, um auf die raschen Veränderungen bei Geschäftsmodellen, Technologien und illegalen Aktivitäten reagieren zu können; die Behörde argumentiert, dass starre Regelwerke den dynamischen Entwicklungen im Online-Bereich nicht mehr ausreichend gerecht werden und dass Anpassungen notwendig sind, um die Aufsicht effektiv fortzusetzen.
Der Bericht, der unter dem Titel „Fünf Jahre GGL: Die Fachbehörde hat sich etabliert und wirkt“ auf gluecksspiel-behoerde.de veröffentlicht wurde, enthält konkrete Hinweise darauf, an welchen Stellen gesetzliche oder verordnungsrechtliche Anpassungen sinnvoll erscheinen, ohne dabei konkrete Gesetzesvorschläge zu formulieren, sondern vielmehr auf den Bedarf an agileren Instrumenten hinzuweisen.
Fazit
Die Veröffentlichung des Fünf-Jahres-Reviews im September 2026 markiert für die GGL einen wichtigen Meilenstein, der sowohl die erreichten operativen Fortschritte als auch den identifizierten Handlungsbedarf bei der regulatorischen Flexibilität dokumentiert und damit die Grundlage für weitere Diskussionen über die Weiterentwicklung des deutschen Glücksspielrechts schafft.